Sanieren ist kein Wunschkonzert - Zwischenstandsbericht vom Workshop am 3.6.2019

Das inzwischen von der Senatsverwaltung für Bildung veröffentlichte Musterraumprogramm bezieht sich zwar in erster Linie auf die vielen notwendigen Schulneubauten in Berlin, stellt aber auch die qualitativen Leitlinien für die Schulbausanierung dar. Es wäre auch nicht vermittelbar, dass Kinder und Jugendliche in sanierten Altbauschulen mit gänzlich anderen - schlechteren - Qualitäten zurecht kämen müssten.

Zum Glück hat die Politik dies verstanden und an verschiedener Stelle kundgetan. Natürlich werden wir wiederholt darauf hingewiesen, dass im Altbau keine Neubauschule entstehen kann. Das ist sicherlich auch der gesamten Schulgemeinschaft klar oder spätestens im Arbeitsprozess dieses Workshops klar geworden. Mit Hilfe von modellhaften Planungsvarianten, die von den Architekten entwickelt wurden, wurde zu einzelne Funktionsbereichen (z. B. für allgemeine Lernbereiche, Fachräume oder „zentralen Bausteinen“ – Mehrzweckräumen …) gearbeitet. Dabei wurden Notwendigkeiten formuliert aber auch Synergien und neue Möglichkeiten erkannt. Die Erkenntnis, dass auch das neue Musterraumprogramm nicht allen pädagogischen Wünschen und Idealen entspricht, konnte jedoch nicht die vielen positiven Aspekte überdecken.

Die im Musterraum-Programm dargelegten Räume und ausgewiesenen Flächengrößen entsprechen letztlich und endlich dem, was heute die Voraussetzung für Unterricht darstellt. Allen Beteiligten wurde wieder verdeutlicht unter welchen schlechten Bedingungen in Berlin von SchülerInnen und Lehrkräften hervorragende Leistungen vollbracht werden.

Ein Forum, ein Teilungsraum, ein Fachraum oder auch ein Verwaltungsraum wird im sanierten Altbau vielleicht nie den Standard eines Neubaus voll umfänglich erreichen (können). Es muss aber trotzdem versucht werden, das Beste aus den Voraussetzungen zu machen. Beide Workshops konnten mit den erarbeiteten Hinweisen, Anmerkungen und Ideen wesentlich dazu beitragen.

Unter großem Zeitdruck werden nun von den Architekten die bisherigen Erkenntnisse und Planungsergebnisse zusammengestellt. Die Raumdatei (verkürzt ein rein rechnerischer Vergleich des Bestands mit den Erfordernissen) wird zusammen mit der Dokumentation der Workshops und unter Einbeziehung erster Konzepte zur räumlichen Verteilung in Varianten von den Architekten und der HOWOGE noch zu Ferienbeginn dem Bezirk übergeben. Kurze Zeit später wird der Bezirk die Unterlagen an die Senatsverwaltung für Bildung zur schulfachlichen Freigabe einreichen. Nach der schulfachlichen Freigabe geht es dann mit der konkretisierenden Arbeit weiter.  

Wir wollen und können gespannt und positiv in die Zukunft schauen!

Andreas Krenz

Anbei der Link zum Musterraum-Programm des Landes Berlin für Schulneubauten: https://www.berlin.de/schulbau/neubau/planungsvorgaben/musterprogramme-782451.php

Galerie